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Broome

Sooo, hiermit bringe ich euch mal eben auf den neuesten Stand!
Ich habe mich letzte Woche Freitag dafür entschieden, nach Broome zu trampen da ich unterkunftstechnisch kein Licht in Karratha gesehen habe. Ich bin also freitagmorgens um 05:00 Uhr aufgestanden, habe mein Zelt abgebaut, meinen Rucksack gepackt und bin losmarschiert Richtung 8 Kilometer entfernten Highway. Nach ungefähr 20 Metern wurde mir klar, dass das mit einem großen Rucksack auf dem Rücken, einem auf der Brust und einer Lebensmitteltasche(mit 6 Litern Wasser) ziemlich lange 8 Kilometer werden könnten. Glücklicherweise hielten nach ungefähr 50 Metern 2 Jungs, welche ich am Vortag kennengelernt habe, an um mich zumindest bis zum 2 Kilometer entfernten Industriegebiet mitzunehmen. Von dort bin ich einen Kilometer marschiert bis mich 2 Minenarbeiter mit bis zum Highway nehmen konnten, wo ich meinen Rucksack noch nicht richtig auf den Boden gelegt habe und schon eine Frau stoppte um mich in ein 40 Kilometer entferntes Aboriginedorf mitzunehmen. Aus ihrem Auto ausgestiegen habe ich mein Zeug am Straßenrand auf den Boden geschmissen um auf das nächste Auto zu warten. Soweit so gut. Ich sitze auf meinem Rucksack, warte und warte, die Sonne steht bereits hoch am Himmel, kein Schatten und irgendwie auch kein Auto. Irgendwann, nach ungefähr 1,5 Autolosen Stunden, war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob das wirklich der Highway, die „Autobahn”, die einzige Straße die in den Norden führt, ist. Ich bin dann losgezogen auf der Suche nach einem Straßenschild. Ich war auf dem Highway, alles super, nur irgendwie kein Verkehr… Nach etwa 2 Stunden kam dann ein Truckfahrer(Nigel, netter Kerl, hat mich direkt auf seine Farm nahe Perth eingeladen), der mich die nächsten 800 Kilometer mitgenommen hat, von da warens nur noch 40 Kilometer bis Broome welche ich mit einer Aboriginefrau zurücklegte. Alles in allem ist es eine tolle und günstige Erfahrung per Anhalter durch Australien zu reisen.

Broome ist ein toller Ort! Klein(für Westaustralien groß), tropisch, auf einer schmalen Halbinsel gelegen, wunderschöne Sonnenuntergänge und ein Gezeitenunterschied von 8-9 Metern(bei Ebbe kann man weit „raus“ gehen). Einzig die extrem schwüle Hitze, die am ufernahen Wasser lauernden Quallen und Salzwasserkrokodile und die verseuchten Mosquitos trüben das Bild ein wenig. Aber das ist nicht weiter schlimm, primär bin ich eh zum Arbeiten hier. Und das hat für den Anfang auch wunderbar geklappt! Gleich am ersten Werktag der Woche hatte ich einen Hilfsarbeiterjob und am nächsten Morgen gings spontan 600 Kilometer nördlich in die Kimberleys(Ein Regenwald\Fluss\Sumpfgebiet) um auf einer Baustelle in einem Aboriginedorf auszuhelfen. Das war super! Ich wurde in einem Arbeiterlager untergebracht, eigenes Zimmer mit Klimaanlage, Kühlschrank und eigenem Bad, sehr gutes Buffet im Esszelt(besser als in manchem Restaurant) und Waschküche! Die Arbeit war in Ordnung, ich habe 12 Stunden täglich auf einer Baustelle Wellblechstücke zugeschnitten und an die Wände geschraubt, Anhänger entladen und Isolierungen festgeklebt, was trotz schwüler Hitze und gelegentlichen Regenschauern Spaß gemacht hat. Eigentlich sollte ich bis Samstag arbeiten und Sonntag zurück nach Broome fahren, doch Samstag kam mein Chef auf der Baustelle zu mir und meinte „Hey Andy, kannst du noch eine Woche länger arbeiten oder hast du schon was anderes am Laufen?“. „Juhuuuuuuuuuuuu, endlich mal längerfristig Arbeit“, dachte ich mir. Aber da hab ich mich mal wieder zu früh gefreut! 10 Minuten später kam der Lagerleiter auf die Baustelle und meinte, dass das Basecamp evakuiert wird, der Flusspegel des nahegelegenen Fitzroy River steigt, das Wasser ist bereits am Lagerrand und treibt Schlangen und Krokodile ins Camp. Also sind wir zurück zum Camp gefahren, haben schnell unsere Sachen gepackt, ein paar Geräte in Sicherheit gebracht und dann ab zurück nach Broome. Es war eine ziemlich coole Erfahrung mal in einem isolierten Camp zu wohnen und irgendwo im Nichts auf einer Baustelle zu arbeiten, immer wieder gerne.

Jetzt bin ich zurück in Broome und gehe übermorgen wieder los nach Arbeit suchen, mal gucken was bei rumkommt…

8 Comments

  1. Richy
    Posted 12. März 2011 at 18:07 | #

    Wunderscheen …

    • Andreas Lippert
      Posted 18. März 2011 at 08:30 | #

      :)

  2. Wowa
    Posted 12. März 2011 at 20:59 | #

    Jo Andy
    Es ist echt hammer deine Erlebnisberichte zu lesen. Es spannend was du dort erlebst, zeige weiterhin dein Durchhaltevermögen und sei eine Stützeeeee beim Aufbau der Stadt du Held.:)
    Wünsche dir für die Zeit dort Gottes Segen und halte dich fit.

    Gruß
    wowa

    • Andreas Lippert
      Posted 18. März 2011 at 08:31 | #

      Danke Wowa!
      Das mit dem Fithalten klappt glaube ich einigermaßen, das mit der Stütze kannst du vergessen!

  3. Posted 14. März 2011 at 13:57 | #

    Hey Andy,
    es macht echt Spaß deine Berichte zu lesen, bin schon auf den nächsten gespannt.
    Die Sonnenuntergänge oder Aufgänge (weiß nicht so genau) Sind ur schöne Bilder. Als Desktophintergrund macht sich sowas bestimmt gut. ;)
    Wünsch dir noch viel Erfolg bei der Arbeitssuche. Hoffentlich findeste bald was.

    Liebe Grüße Gina

    • Andreas Lippert
      Posted 18. März 2011 at 08:33 | #

      Danke Gina :)
      Das sind natürlich Sonnenuntergänge, Sonnenaufgänge sind doch viel zu früh! Ich weiß nicht mal ob die Sonne wirklich aufgeht, die ist glaub ich einfach immer morgens irgendwann da und gehts abends unter!

  4. Betty
    Posted 15. März 2011 at 14:29 | #

    Hey Andy.
    Bist ja wirklich braun auf dem einen Bild ;) Sogar die Kleidung hat sich mitgebräunt. :D wie haste denn das hingekriegt?

    • Andreas Lippert
      Posted 18. März 2011 at 08:34 | #

      Ich hab einfach keine Sonnenmilch verwendet und meine Klamotten direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt!

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