© 2011 Andreas Lippert z

Cyclone – Wie alles Begann

Ein Jahr älter aber nicht signifikant erwachsener lasse ich auch mal wieder was von mir hören.
Erst mal DANKE DANKE DANKE für all die vielen Glückwünsche die bei mir auf unterschiedlichste Art und Weise eintrudelten und für all die zum Teil wirklich witzigen und kreativen Bilder, Videos und Gedichte! Ich habe mich sehr gefreut, Tränen gelacht und den ersten Anflug von Heimweh verspürt. Ich hätte nie gedacht dass so viele meinem Aufruf folgen und dabei so umwerfende Resultate bei rumkommen würden! DANKE!
An meinem Geburtstag lag ich den halben Tag in der Hängematte und habe gelesen, bin dann angeln gegangen und Abends haben wir zur Feier des Tages gegrillt, war super!

Und hier mal wieder das allerneueste vom anderen Ende der Welt:
Wie ihr alle mitbekommen habt, war ich in Exmouth um meinen Tauchschein zu machen. Habe den bis auf den letzten Tauchgang auch fertig, diesen konnte ich aber noch nicht absolvieren weil ein Sturm das Meer aufgewühlt und somit die Sicht unter Wasser verschlechtert hat. Die Sicht sollte in ein paar Tagen besser werden, also entschied ich mich, mir den 650 Kilometer entfernten, angeblich wunderschönen Karijini-Nationalpark anzuschauen. Im Internetcafe habe ich zufällig wen getroffen, der mit mir in Kalgoorlie auf einem Zimmer war und mich für lau mit nach Karijini nehmen konnte, einzige Bedingung war, dass ich fahre. So kam ich gut und günstig nach Karijini ohne zu wissen wie ich wieder zurückkommen sollte. In Karijini angekommen habe ich auf dem Campingplatz 2 Leute aus der Tauchschule in Exmouth getroffen die mich wieder mit zurücknehmen konnten. Ist also alles in Allem wirklich gut gelaufen auch wenn ich die Eindrücke dort größtenteils nicht mit meiner Cam festhalten konnte da der Weg den wir zu unserer Mission für die Tage dort gemacht haben aus Schwimm- und Kletterpassagen bestand. Ein Paar Bilder davon hatte ich bereits dem letzten Bericht angehängt, ich fand’s super!

Naja, soviel dazu, ich bin also zurück in Exmouth, will meinen letzten Tauchgang machen und muss erfahren, dass ein Cyclone(tropischer Hurrikane) im Anmarsch und alle Tauchgänge für die nächsten Wochen wenn nicht sogar Monate gestrichen sind, den Tauchschein kann ich in Cairns, am Great Barrier Reef, fertig machen. Der Cyclone hat uns knapp verfehlt aber alle Zufahrtstraßen nördlich und südlich geflutet wodurch ich in Exmouth quasi eingeschlossen wurde. Mik, ein Typ den ich in der Tauchschule kennengelernt habe, wohnt zusammen mit Janice und Cameron (einer Kanadierin und einem anderen Australier) in einem kleinen Haus etwa 1 Kilometer vom Strand entfernt und hat mir angeboten auf seiner Couch zu nächtigen bis ich hier rauskomme. Donnerstag kam ich nach Exmouth und Sonntag wollte ich weiter ins 600 Kilometer nördlich gelegene Karratha um dort zu arbeiten, Mitfahrgelegenheit und kostenlose Unterkunft schon klargemacht. Ich nahm Miks Angebot dankend an und mache hier seitdem sowas wie ziemlich relaxten Urlaub. Einen Tag war ich Kiten, einen anderen bin ich in den nahegelegenen Nationalpark gefahren um mit Schildkröten zu schwimmen(im Moment ist gerade Schildkrötenschlüpfsaison), zwischendurch gehe ich immer mal wieder an den Steg oder raus aufs Meer ein bisschen angeln(Cameron hat ein eigenes Boot und einen Haufen Angelruten),  einfach an den Strand, liege in der Hängematte im Garten und lese, gehe eine Runde joggen oder feile ein bisschen an meinen Didgeridookünsten, ist also alles ziemlich entspannt, keine schlechte Zeit auch wenn ich am liebsten schon vor einer Woche angefangen hätte zu arbeiten. Durchkreuzt wurde mein ausgeklügelter Plan als Samstag eine Cyclonewarnung für die Region ausgegeben wurde. Damit war klar dass ich noch ein bisschen länger in Exmouth bleiben würde. Naja, ist auf jeden Fall auch mal interessant so einen Cyclone mitzuerleben. Alle Häuser im Ort werden mit Sperrholzplatten zugetackert, Sandsäcke türmen sich vor Hauseingängen, alles was nicht niet- und nagelfest ist wird eingesammelt, in Sicherheit gebracht und der stabilste Punkt des Hauses ausgemacht. Wo in Brisbane Chaos herrschte als die Flut im Anmarsch war ist hier eine gewisse Routine was solche Sachen angeht zu erkennen.
Und jetzt warten alle auf den Sturm, DAS Gesprächsthema im örtlichen Supermarkt. Jeder hat andere Infos ob der Cyklon wirklich direkt Exmouth treffen wird, wie viel Wasser vom Himmel fallen und mit welchen Geschwindigkeiten der Wind um die Häuser pfeifen wird. Laut Regierungsseite wird das Auge des Cyklons direkt über Exmouth sein, es werden etwa 350-400mm Wasser vom Himmel fallen und der Wind wird mit über 165 km\h um die Häuser pfeifen. Wir jedenfalls sind gut vorbereitet, das batteriebetriebene Radio ist an Ort und Stelle, die Taschenlampen sind Griffbereit, Erste-Hilfe-Kästen besorgt, Essen und Trinken für mehrere Tage stehen bereit und Gesellschaftsspiele werden dafür sorgen, dass uns nicht langweilig wird. Im Moment ist alles ruhig, keine Wolke am Himmel, 38°C, windstill, schwül, die flussbreiten Abfließsysteme an den Straßenseiten wirken irgendwie fehl am Platz und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese in weniger als 24 Stunden zum Überlaufen gefüllt sein werden.
Wie das alles geendet haben wird erfahrt ihr in etwa einer Woche in dem Artikel „Cyclon – Die Rückkehr!“.

So, ich hoffe der mehr informative, trockene Artikel war nicht allzu schwer zu lesen ;)
Macht euch keine Sorgen um mich, wie ihr seht geht´s mir gut und ich bin optimal für den Cyclone gerüstet!

6 Comments

  1. Posted 22. Februar 2011 at 12:12 | #

    Hey Andy,
    ich lese deine Artikel wirklich gerne und muss sagen, dass es echt spannend ist, mitzuverfolgen, was du alles erlebst.
    Sehr schön Bilder machst du, obwohl ich die Spinnen doch etwas eklig finde =)
    Mach weiter so!
    Liebe Grüße Gina

    • Andreas Lippert
      Posted 1. März 2011 at 08:31 | #

      Danke Gina!
      Ganz liebe Grüße zurück, auch an den Cousin ;)

  2. Olga
    Posted 25. Februar 2011 at 19:43 | #

    Also, auf dem einen Bild siehst du aus wie ein Profiangler, Andy! Ist ja auch klar! Wer es (fast) schafft einen Hai zu angeln, der muss ein Profi sein!
    Ich staune immer wieder neu, wie nett und aufgeschlossen die Australier sind…Mik erinnert mich ein wenig an Edi (wenn seine Haare nicht geglättet sind), findest du nicht auch? Zumindest auf dem Foto!:)
    Cyclone, Überschwemmungen und Waldbrände….oh mann!
    Aber das Bild auf dem du an einer Felswand hängst, zeigt, dass du wirklich alles packst, Andy!!! So ein Cyclon wird da auch nichts ausrichten können, ne!?
    PS: Die Gegend ist ja echt super schön…..wie immer!:)

    Ganz liebe Grüße
    von diesem Ende der Welt
    Olga

    • Andreas Lippert
      Posted 1. März 2011 at 08:32 | #

      Olga!
      Das mit Ede kann ich nicht bestätigen, Ede hat einen gestählteren Körper und nicht so extreme Locken!
      Ach, Cyclone ist nur Wind mit Regen, haben wir in Deutschland doch auch manchmal!
      Relativ liebe Grüße zurück
      Andy

  3. Dima
    Posted 26. Februar 2011 at 22:12 | #

    Jo Andy…

    zu deiner wunderschönen Redbackspider wollte ich näheres erfahren und habe mich auf die Suche gemacht! Ich bin erschüttert, in welch Gefahr du dich begibst!!!! Andy alter… Pass auf deine Cojones auf, ich sags dir! (du hattest es übrigens mit einem Weibchen(!) zu tun)
    Unten habe ich dir einen Ausschnitt aus dem Wikipedia-Eintrag zu der Spinne angefügt!

    Pass weiterhin auf dich auf! Denken an dich!
    Viele Grüße
    Dima

    Die Art ist nicht aggressiv. Die männlichen Tiere sind harmlos, für den Menschen gefährlich sind nur die Weibchen. Der Biss selbst ist kaum zu spüren, der darauf folgende charakteristische Abdominalschmerz wird als „unerträglich“ beschrieben. Die Hauptkomponente des Giftes, das Alpha-Latrotoxin, führt zu Krämpfen und Schmerzen. Die Symptome dauern etwa zwölf Stunden an und klingen dann ab. Lebensgefahr besteht, wenn durch die auftretenden Lähmungserscheinungen das Atemzentrum betroffen ist.

    Es wird geschätzt, dass in Australien jährlich 5.000 bis 10.000 Bisse vorkommen, viele davon in die männlichen Genitalien (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) [Kommentar von Dima ;-) eingefügt], da die Weibchen ihre Netze auch in Außentoiletten bauen. Bisse der Rotrückenspinne sind die häufigste Ursache für die Verabreichung von Antivenom in Australien (300- bis 400-mal im Jahr).

    • Andreas Lippert
      Posted 1. März 2011 at 08:33 | #

      Dima!
      Ich hab das Vieh erledigt, keine Gefahr! Hat in der Dusche gewohnt…
      Das mit den Cojones wusste ich nicht, habs mir aber irgendwie schon gedacht! Ich habe bis jetzt in jedem Roadhouse und jeder Resting-Area Redbacks gesehen, die Nerven total! Wenn man irgendwo im Outback in einem Toliettenhäuschen ist, sucht man erst mal alles nach Redbacks ab und lässt dann während des Aufenthalts die ganze Zeit über die Augen von einer zur anderen wandern, wenn dann auf einmal eine nicht mehr da ist, wo sie vorher war…macht fast kein Spaß!

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